Sonntag, 7. Januar 2018

Israelhass - für Facebook kein Problem?

Ist es Gleichgültigkeit, Dummheit oder schlicht Überforderung, wenn Facebook offen zur Schau gestellten Hass der niedersten und übelsten Sorte ignoriert und toleriert und selbst dann noch behauptet, er würde "nicht gegen die Gemeinschaftsstandards" verstoßen, wenn gezielt von Usern auf die Hetze hingewiesen und dagegen protestiert wird?

Doch von Anfang an:

Gestern machte ein befreundeter User darauf aufmerksam, dass es bei Facebook eine öffentliche Gruppe mit dem Namen "Fuck Israel" gäbe.

Eine kurze Recherche ergab, dass es dort nicht eine, sondern zwei öffentliche Gruppen und eine Band mit diesem Namen gibt, und alle übertreffen einander an Hass auf Israel im Besonderen und "die Juden" im Allgemeinen.

Noch bevor wir uns mit der Reaktion seitens Facebook auf diverse Proteste beschäftigen, müssen wir uns klarmachen, wie *hüstel* seltsam allein schon ihre reine Existenz ist:

Facebook ist eine Kommunikationsplatform, die schon innerhalb von Minuten Bilder von Gemälden alter Meister löscht, weil ein Stück Busen der stillenden Gottesmutter darauf zu sehen ist (meine Güte, und der katholischen Kirche sagt ihr Leibfeindlichkeit nach!) - und hier duldet Facebook den Gebrauch des üblen Schimpfwortes "fuck" als Name für eine öffentlich zugängliche Gruppe?

(Zum besseren Verständnis für den Facebook-Laien: Es gibt auch Gruppen, die "geheim" und "gesperrt" und damit nur für Mitglieder zugänglich sind.)

Wie kann es sein, dass das Auftauchen eines Nippels innerhalb von Minuten geahndet wird, während gleich zwei Gruppen, deren Name aus einem üblen Schimpfwort besteht, tausende "Follower" generieren dürfen?

Kann man wirklich so tief schlafen? Oder ist es doch eher Blindheit auf dem antisemitischen Auge?

Nun, weder Schlaf noch Blindheit können als "Entschuldigung" gelten, denn auch wenn die Verantwortlichen bei Facebook gleich 3x geschlafen und ihre Brillen zu Hause vergessen haben mögen - sie wurden ja auf die Kloaken aufmerksam gemacht, die da in ihrem Hinterhof vor sich hin stinken:

Es gab Meldungen und Proteste über die entsprechend von Facebook dafür bereitgestellten Kontaktmöglichkeiten. Immer wieder - auch bei mir - mit der gleichen standardisierten Antwort:

Vielen Dank für deine Meldung. Es war richtig, uns das mitzuteilen. Wir haben uns die von dir gemeldete Seite angesehen und festgestellt, dass sie gegen keinen unserer Gemeinschaftsstandards verstößt, verstehen aber, dass sie bzw. dort geteilte Inhalte dich trotzdem beleidigen. Wir möchten dir dabei helfen, dass dir keine unerwünschten Inhalte mehr auf Facebook angezeigt werden. (Auszug)

Unter dieser Antwort durfte ich mittels eines "Emojis" mitteilen, wie mir diese gefallen hätte. Ich wählte ein 😞 und wurde anschließend gefragt, was man denn hätte besser machen können. Ich gab zur Antwort:

That's very simple: Delete the groups named "Fuck Israel"!
(Das ist sehr einfach: Löscht die Gruppen mit dem Namen "Fuck Israel"!)

Heute erhielt ich das folgende Update:

Vielen Dank für deine Meldung. Es war richtig, uns das mitzuteilen. Wir haben uns die von dir gemeldete Seite angesehen und festgestellt, dass sie gegen keinen unserer Gemeinschaftsstandards verstößt, verstehen aber, dass sie bzw. dort geteilte Inhalte dich trotzdem beleidigen. Wir möchten dir dabei helfen, dass dir keine unerwünschten Inhalte mehr auf Facebook angezeigt werden.

[...]
Über die Liste oben kannst du fuck israel auch direkt blockieren oder das Abonnement der Seite aufheben. Im Hilfebereich findest du Informationen, wie du Inhalte in deinem News Feed steuern kannst. Wenn eine Person, Gruppe oder Seite ständig Inhalte postet, die du nicht sehen möchtest, kannst du dir überlegen, entweder einzuschränken, wie oft du deren Beiträge siehst, oder diese komplett aus deinem Facebook zu entfernen.

Wir wissen, dass diese Optionen nicht die Lösung für alle Probleme sind, deswegen bitten wir dich, uns auf Dinge, die wir uns deiner Meinung nach ansehen sollten, aufmerksam zu machen.


Zumindest mit dem letzten Satz hat Facebook Recht, denn:

Nein, das ist verdammtnochmal nicht die Lösung - weder für alle noch für dieses eine Problem, um dessen Klärung wir gebeten hatten!

Ich will diese Gruppen nicht blockieren, damit ICH sie nicht mehr sehen MUSS. 
Sondern ihr - Facebook - müsst diese Gruppen blockieren, so dass NIEMAND sie mehr sehen KANN!

Wer sind eigentlich diese Leute, die hinter den "Löschungen" bei Facebook stecken? Hier gibt es ein wenig Aufklärung durch ein Interview in der Süddeutschen: hier klicken

Dass dort die pure Überforderung den Lösch-Button betätigt - ja, das war wohl vorher schon klar.

Es erklärt aber nicht, nach welchen Vorgaben gelöscht wird:

Gewaltdarstellungen - natürlich

Barbusigkeit - ja, gut, man kann im Eifer des Gefechtes wohl einen van Eyck mit einer Dolly Buster verwechseln.

Aber inzwischen von zahlreichen Usern gemeldete Gruppen, die den Hass, den Antisemitismus und den Aufruf zur Gewalt schon im Namen tragen - die sind "in Ordnung"?

Gleichzeitig wurde folgendes Posting heute gelöscht:


Anscheinend entsprechen Wochenende und Sonnenschein nicht den Gemeinschaftsstandards.

Israelhass und Judenhetze dagegen schon.

Facebook, we need to talk!

Montag, 25. Dezember 2017

Lissabon - Fotos Teil III

So, dann machen wir uns mit diesem Beitrag endlich ein drittes und letztes Mal auf in die Straßen von Lissabon:






Im Hintergrund die berühmten "Pastel de nata" - ein Traum in Süß:






Die Praça do Comércio:















So viele schöne Häuserfassaden voller "Azulejos":

Die Azulejos in Großaufnahme:



Wir nähern uns der Catedral Sé Patriarcal














Die berühmte Linie 28 - selbst im Winter voller Touristen, 
so dass die Einheimischen keinen Platz mehr bekommen:


Portugiesische Sardinen in Öl - für den Portugiesen sozusagen die Welt im Döschen:











Man beachte die Preisschilder:



Hier sitzt das Parlament:


Die Basílica da Estrela - voll vernetzt:








Straßenkünstler mit singender Säge:





Ein Ausflug nach Fatima:








Jesus sieht Seinem Kreuz entgegen:


Über den Wolken auf dem Rückflug:


Anflug auf Köln: